Wir waren 2002 und 2001 bei "KiR"

Dieter Hildebrandt
Frank Lüdecke
Richard Rogler
Münchner Lach & Schieß

Frank Lüdecke: Bilanz

 

 

31. Oktober 2002 - Wortspiele ohne Plattheiten köstlich serviert

 

Kabarettprogramm mit musikalischen Akzenten erntete lang anhaltenden Beifall der Zuhörer.

 

Die Gitarre ist "shocking red", der Song ist von "Shocking Blue". Und der Mann hinter der Gitarre, der so in sein Programm einsteigt, schlägt damit gleich den Bogen von den Siebzigern ins hier und Jetzt. "Ich war jüngst Zeuge einer merkwürdigen Veranstaltung ..." sagt er und meint seinen 40. Geburtstag. Den ersten runden Geburtstag,  "an dem sich auch ein bisschen Abschied in die Freude mischt", denn merke:Das erste Drittel ist rum. Der berliner Lüdecke ist kein Brüller, und seine Gags provozieren keine Brüller. In Gestik und Stimme erinnert sein Vortrag entfernt an die literarischen Programme des Heinz Rudolf Kunze. Und obwohl das Wort "Hirnforscher" in diesen zwei Stunden häufig vorkommt, bleibt Lüdeckes Hochkomik dennoch zugänglich. Sein Publikum ist der Resonanzboden für die Erkenntnis: "Hoppla, das kenn ich ja aus meiner Biografie".

 

Die Berichterstattung in den BNN (Thomas Zimmer) war geradezu euphorisch über das Soloprogramm "Bilanz", das Frank Lüdecke bei "KiR" in Rheinstetten auf die Bühne brachte (siehe Ausschnitt oben und unten). Und in der Tat: Der Berliner Frank Lüdecke lieferte ein Programm der ganz besonderen Güte ab. Sein Rheinstettener Publikum war begeistert!

 

"... Nach zwei Stunden geht ein Kabarettprogramm ohne eine einzige Plattheit zu Ende, honoriert mit lang anhaltendem Beifall. Nur eine Frage zum Schluss: Kann es sein, dass Frank Lüdecke entgangen ist, dass James Last wieder voll da ist? Hat wohl keinen Event-Scout, der Künstler."

 

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Dieter Hildebrandt: Vater unser - gleich nach der Werbung

 

 

Stehende Ovationen für das Urgestein des deutschen Kabaretts

 

Sie war in der Tat das angekündigte "Glanzlicht": Die Lesung im "Zentrum Rösselsbrünnle" mit Dieter Hildebrandt.

 

Vor einem begeisterten Publikum brannte der 75-Jährige ein Feuerwerk der kabarettistischen Sonderklasse ab. Mit stehenden Ovationen bedankte sich der restlos ausverkaufte Saal bei Dieter Hildebrandt für eine Lesung, die der Altmeister zum Anlass genommen hatte, um zwei Stunden politisches Kabarett vom Feinsten zu bieten.

 

Die Art und Weise, wie Hildebrandt auf sein Rheinstettener Publikum reagierte, zeigte deutlich den Bühnenprofi, doch ebenso deutlich war zu spüren, dass hier nicht pflichtgemäß etwas abgespult wurde, sondern dass die wechselseitigen Impulse notwendig waren, um Dieter Hildebrandt zur Höchstform "auflaufen" zu lassen.

 

Den Verantwortlichen der Projektgruppe "KiR" ist nach dieser "Lesung" mit Dieter Hildebrandt klar, dass die Messlatte für das nächste Kabarett-Programm am 31. Oktober außerordentlich hoch liegt. Aber gerade das ist der besondere Reiz!

 

 

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Satirische Verbalattacken quer durch den Alltagsdschungel

Richard Rogler nach der Premierenveranstaltung am 16. Oktober 2001 mit "KiR"-Leiter Wolfgang Knoch

 

 

?KiR? präsentierte Richard Rogler als Premierengast:

 

Als sich nach Richard Roglers Auftritt die vollbesetzte Aula des Schulzentrums in Rheinstetten zu leeren begann, war die Erleichterung der ?KiR?-Verantwortlichen spürbar, die mit der Verpflichtung des prominenten Kabarettisten ein großes finanzielles Risiko eingegangen waren. Der gute Besuch der Veranstaltung und vor allem die große Zufriedenheit und das vielfältige Lob des Publikums nach dem Kabarett-Abend bestärkte die Mitglieder der SPD-Projektgruppe in ihrer Ansicht, mit ?KiR - Kunst in Rheinstetten? den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Auch die Gespräche vor und nach der Veranstaltung mit Richard Rogler deuten darauf hin, dass dies nicht der letzte ?KiR?-Kabarett-Abend gewesen sein dürfte. Rogler jedenfalls freut sich darauf, mit seinem neuen Programm, das im Herbst 2002 fertig sein wird, vor einem ? wie er sagte ? ?tollen Publikum? in Rheinstetten aufzutreten.

 

Über den Kabarett-Abend berichteten die BNN ausführlich bereits am vergangenen Donnerstag auf der Titelseite der Ettlinger Ausgabe:

 

?Mal testen, ob die SPD Humor hat.? Immerhin kam der Kabarettist Richard Rogler auf Einladung der KiR (Projektgruppe der SPD Rheinstetten) in die vollbesetzte Aula des Mörscher Schulzentrums. Vorsorglich, ?in Zeiten, in denen die Stimmung schlecht ist?, gab Rogler möglichen Lachern zu bedenken, dass sie dadurch schnell als ?amerikafeindlich? gelten könnten. Und dann ging er auch schon in die Vollen, zielte mit seinen Verbalattacken auf so ziemlich alles, was sich derzeit politisch und gesellschaftlich im Alltagsdschungel bewegt.

 

In der Ära Kohl, resümierte Rogler, hätten es Kabarettisten viel einfacher gehabt. ?Da konnte man 16 Jahre das gleiche Programm spielen.? Und heute, bevor überhaupt eine Pointe geschrieben sei, komme die Bundesregierung wieder mit etwas Neuem. Allen voran eine SPD, samt Bundeskanzler, die nach wie vor der Maxime folge, ?wie machen wir es, ohne es tun zu müssen?: Rogler, und das zeichnet mit einen guten Kabarettisten aus, verstand es durch Wortassoziationen ständig auf ein neues Thema aufzuspringen. Dabei schlüpfte er in die Rolle eines Mannes namens Kamphausen, der anfangs nicht mehr so recht wusste, was er vergangene Nacht tat.

 

Manchmal skurril als eigenwilliger Nachbar ?Fisch-Bütgen?, dann wieder boshaft und bissig oder genauso philosophisch kramte ?Kamphausen? in den Windungen seines Gehirnes. Zu Tage kam ein Außenminister Fischer, dessen tiefe, ausgemergelten Gesichtszüge die ?Dritte Welt? veranlasste, Hungerhilfe für den grünen Politiker zu beantragen. Oder Rudolf Scharping. ?Der hat doch was. BSE muss ja schon schlimm sein. Aber das Leiden von Scharping übertrifft alles.?

 

Keine Sorge. Rogler zog nicht nur über die SPD-geführte Regierung her. Ebenso bekam die Opposition ihr Fett weg. Keinesfalls als ?regierungsfähig? bezeichnete ?Kamphausen? einen Rüttgers, der die Autobahn rauf und runter fahre, weil ihm jemand gesteckt habe, die Themen lägen auf der Straße. Wenig Chancen, Kanzler zu werden, räumte der Mann Stoiber, eine Mischung aus Melitta-Mann und Bullterrier, ein. Der aus dem Sauerland stammende Friedrich Merz sei ohnehin ?standortbenachteiligt? und Angela Merkel fülle den Begriff Paradoxum mit ganz neuen Inhalten: ?Je tiefer man sinkt, desto höher steige man auf.?

 

Gutes, wenngleich auch nicht immer überraschendes und ?so neues? Kabarett, bot Rogler bei seinen politischen Exkursen. Und dass die Realität längst das Kabarett eingeholt, ja überholt hat, machte er am Beispiel Medienlandschaft überaus pointiert deutlich. Bildung sei mittlerweile ?verjaucht?, nach dem Motto, ?wir wissen nix, wir raten?. ?Rotz, Titten, Lügen? ? RTL ? und die ?Sturm Abteilung Television? ? SAT ? sorgten neben dem größten, lebenden deutschen Philosophen, Otto Rehhagel, für die Wissensvermittlung. Und nicht zu vergessen der ?deutsche Rentner?, der als 90jähriger an der Uni seine Rente mit Bafög-Zuzahlungen aufbessern will. ?Kamphausens Blackout? jedenfalls ließ kaum Fragen offen.

 

Veröffentlichung des BNN-Textes mit freundlicher Genehmigung des Autors.

 

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Und wir waren die Allerersten noch bevor "KiR" "KiR" hieß:

Münchner Lach- & Schießgesellschaft 1986 mit ihrem Programm "Mustermann" - Sie gastierten 10 Jahre (bis 1996) in Rheinstetten bei den heutigen "KiR"-Machern