Griechische Impressionen









Blick auf Kalamitsi und das Anwesen von P.L.Fermors




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Im unteren Teil dieser Seite finden Sie unsere Empfehlungen der letzten Jahre, die jedoch noch immer aktuell sind.

Wenn wir an Sommerurlaub denken, träumen viele von uns vor allem von den Ländern rund um das Mittelmeer und unsere Sehnsucht kreist um die mediterranen Landschaften Italiens, Spaniens oder Griechenlands.

 

Zu den Griechen haben wir ein ganz besonderes Verhältnis, eine romatische Liebe, die vieles verklärt. Um so enttäuschter sind wir seit "der Krise". Wie konnte das geschehen in einem Land, das "so ziemlich alles Gute erschaffen und der Welt geschenkt hat", wie es Alexandros Stefandidis im Feuilleton-Teil der Süddeutschen Zeitung am 20. Juli 2013 formulierte, "Philosophie, Lyrik, Olympische Spiele und klar, auch die Demokratie"?

 

Bereits im Sommer 2013 gab KiR einen kleinen Überblick, der nichts von seiner Aktualität verloren hat und den wir gerne auch in diesem Jahr wiederholen: "Unser Griechenland - Sommer in Hellas" von der Klassik über das 19. und 20. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart, mit Einblicken in die griechische Mythologie, mit wunderbaren Reisebeschreibungen und politisch-wirtschaftlichen Analysen, aber auch mit aktuellen Krimis aus dem Athen des Jahres 2012/2013.

 

Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums

Vieles von dem, was wir heute über Griechenland zu wissen glauben, ist geprägt durch dieses Standardwerk des deutschen Bildungsbürgertums.

 

In seinem Vorwort schrieb Gustav Schwab im September 1837:

"Es ist eine schöne Eigentümlichkeit der Mythen und Heldensagen des klassischen Altertums, daß sie für die Blicke des Forschers und für das Auge der Einfalt einen zwar verschiedenartigen, aber doch gleich mächtigen Reiz haben. Während der Gelehrte in ihnen den Anfängen alles menschlichen Wissens, den Grundgedanken der Religion und Philosophie, der ersten Morgendämmerung der Geschichte nachgeht, entzückt den unbefangenen Betrachter die Entfaltung der reichsten Gestalten, das Schauspiel einer gleichsam noch in der Schöpfung begriffenen Natur- und Geisterwelt..."

 

Wer also wissen will, wie das war mit Prometheus, Dädalos und Ikaros, wer Zeus, Hera und die ganze Welt des Olymp noch einmal kennenlernen oder den Kampf um Troja und die Irrfahrten des Odysseus erneut erleben möchte, der muss unbedingt diese wunderbare Sammlung griechischer Sagen lesen.

 

Eberhard Rondholz: Griechenland. Ein Länderporträt.

Wer seinen Griechenland-Traum nicht nur auf die Klassik beschränken will, sollte diese Buchempfehlung aus dem Jahr 2011 durchaus noch einmal zur Hand nehmen, um sich ein Bild vom heutigen Griechenland zu machen.

 

Seit zwei Jahren ist "Griechenland" das Thema schlechthin und ein Synonym für die europäische Krise.

Die Diskussion, befeuert von den Medien und der Politik, kommt selten über Stammtischniveau und vieles von dem, was so über Griechenland und die Griechen behauptet wird, ist schlichtweg falsch! Deshalb ist es gut sich zu informieren. Eine Quelle könnte das Buch von Eberhard Rondholz sein.

 

Seit Jahrzehnten verfolgt Rondholz die griechische Politik. Der ehemalige WDR-Redakteur, halb in Deutschland halb in Griechenland lebend, kennt nicht nur das Urlaubsland sondern auch die Schattenseiten. Er weiß um Misswirtschaft und Korruption ebenso wie um den schwierigen Alltag im heutigen Hellas.

Wer sich ohne Klischee, ohne Vorurteil über das tatsächliche Leben in Griechenland und die gesellschaftlichen, historischen Bedingungen informieren möchte, dem ist dieses differenzierte Länderporträt nur zu empfehlen.

"Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Griechenlandbild des Durchschnittsdeutschen geprägt durch den Sirtaki tanzenden Urtyp Alexis Sorbas und durch jene Hafenhure, die es im Kino Sonntags nie trieb..." So beginnt Romndholz sein Buch. Doch nach der Lektüre wird einiges klarer und man wundert sich über Aussagen und Verhalten deutscher Regierungsmitglieder in Zeiten der europäischen Krise.

 

Eberhard Rondholz: Griechenland. Ein Länderporträt.

                             Christoph Links Verlag, Berlin 2011

                             200 Seiten

Patrick Leigh Fermors: Der Griechenlandkenner

Einen vollkommen anderen Blick auf die Griechen und ihre Mentalität gewährt uns der englische Reiseschriftsteller Patrick Leigh Fermors.

 

Wie kein Zweiter hat er die Griechen, wie sie in der Mitte des 20. Jahrhunderts lebten, und ihre Traditionen beschrieben. Seine beiden Bücher "Mani" und "Rumeli" sind die Griechenland-Klassiker schlechthin. Kein Reiseführer der Neuzeit vermag es wie seine Bücher zu fesseln und zu faszinieren.

 

Am 10. Juni 2011 starb der Schriftsteller 96-jährig in England, kurz nachdem er tags zuvor aus seinem Anwesen "Kalamitsi" in Kardamili auf der Mani zurückgekehrt war.

 

Sowohl seine Beschreibung des griechischen Festlandes von Thrakien, den Meteora-Klöstern bis hin an den Golf von Korinth, eben dieses ehemalige Rumeli, als auch seine Wanderung durch die wilde Mani geben eine ganz neue, alte Sicht auf das Land und seine Menschen.

 

Beide Bücher, hervorragend übersetzt von Gabriele und Manfred Allié, sind lohnenswerte Lektüren - sowohl vor oder nach einem Griechenlandaufenthalt.

 

Fermors Werke sind im Züricher Dörlemann-Verlag erschienen und von seinem Klassiker "Mani - Reisen auf der Südlichen Peleponnes" gibt es auch ein Taschenbuch bei Fischer. 

Petros Markaris: "Faule Kredite" und "Zahltag" die Krimis zur Krise

Petros Markaris ist zur Zeit der bekannteste griechische Autor und seine Krimis mit Kommissar Kostas Charitos haben Kultstatus erreicht.

 

Die beiden jüngsten Fälle des Kommissars der Athener Polizei, "Faule Kredite" und "Zahltag", haben die Krise in Griechenland zum Thema und zeigen sehr eindrucksvoll das Alltagsleben in Hellas.

Markaris schildert dabei nicht abgehoben das Leben irgendeiner fiktiven Oberschicht, sondern er zeigt die Probleme, mit denen sich Menschen der Unter- und Mittelschicht in der griechischen Hauptstadt herumzuschlagen haben. Seine Figuren, so sagt der Autor selbst, haben eine große Nähe zu tatsächlichen, realen Vorbildern. 

Er legt den Finger in die Wunden einer Gesellschaft, deren Teil er ist.

 

Beide Romane, erschienen 2011 und 2013, sind eine herrlich leichte Sommerlektüre - und so ganz nebenbei erfährt man unendlich viel über die griechischen Probleme. 

 

Petros Markaris: Zahltag / Faule Kredite

                        Diogenes-Verlag, Zürich

 

Zum Schluss: Der Karlsruher Grieche

Zu Beginn dieser Seite wurde der anerkannte Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Alexandros Stefanidis, zitiert. Das war kein Zufall, denn Stefanidis hat ein Buch über Griechen in Deutschland geschrieben - seine eigene Familiengeschichte. Oder genauer: die Geschichte seines Vaters Christoforos.

 

Wer in der Region rund um Karlsruhe groß geworden ist, kennt ihn, den Karlsruher Griechen, der zuerst das "El Greco", dann das "Alexis Sorbas" und schließlich "Der Grieche" eröffnete. Er schrieb in der Tat mit seiner Taverne zumindest regionale Geschichte. Willy Brandt und Joschka Fischer waren seine Gäste und viele andere auch.

 

Die großen und kleinen Tragödien der Familie Stefanidis sollten sie in genussvoller Erinnerung lesen.

 

Alexandros Stefanidis: Beim Griechen

                                 Fischer-Taschenbuch

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Reginbert-Tipp

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