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Wir waren 2021 bei KiR -. trotz Corona

Philipp Weber
Han's Klaffl

Han's Klaffl begeisterte mit „Schul-Aufgabe: Ein schöner Abgang ziert die Übung!“

Teil 3 seiner Trilogie über den Schulalltag und dessen Besonderheiten präsentierte Han's Klaffl unter ganz besonderen Umständen auf der KiR-Bühne. Nachdem in Baden-Württemberg die Alarmstufe der Corona-Verordnung ausgerufen worden war, musste das 2G-Publikum den Auftritt des Staatskabarettisten auf Lebenszeit mit Maske genießen - was der Stimmung keinen Abbruch tat.

Bereits im Vorfeld hatten die Verantwortlichen der KiR-Bühne entschieden, nur 190 statt der theoretisch zugelassenen 480 Plätze im großen Raum der gut belüfteten Aula des Mörscher Schulzentrums zu belegen. So gesehen spielte Han's Klaffl vor ausverkauftem Haus.

 

Noch bevor er die KiR-Bühne betrat, bekannte Han’s Klaffl seine Erleichterung darüber, dass es nach einer langen und schwierigen Coronapause endlich wieder losgehe. Und nachdem der letzte Applaus verklungen war, schrieb der bayrische Staatskabarettist auf Lebenszeit ins KiR-Gästebuch: „Ich danke Euch. Es war ein sehr guter Abend in eher schlechten Zeiten. Danke Euerem fantastischen Publikum.“ Dieses hatte ihn zuvor für seinen überaus gelungenen dritten Auftritt in Rheinstetten gefeiert.

 

Mit seinem aktuellen Programm „Schul-Aufgabe: Ein schöner Abgang ziert die Übung“ nimmt Klaffl sein Publikum mit in seine neue Alltagswelt als pensionierter Lehrer, der sich in seinem veränderten Leben erst einmal zurecht finden muss - zwischen Erleichterung und Verlustängsten schwankend. Die Reaktionen aus dem Theatersaal zeigen, wie treffend sich manche in dem Dargebotenen auf der Bühne wiederfinden. Oder wie es eine Besucherin formuliert: „Das pädagogische Fachpublikum ist sicher noch begeisterter als ich.“

 

Dass nach „40 Jahre Ferien – Ein Lehrer packt ein“ und „Restlaufzeit – Unterrichten bis der Denkmalschutz kommt“ nun mit „Schul-Aufgabe“ tatsächlich die Schultrilogie vollendet sein soll, glaubt Han’s Klaffl selbst nicht. Zu viel hat er noch aus dem 40jährigen Lehrerdasein zu berichten. Und so verweist er während des Abends auf der KiR-Bühne immer wieder darauf, dass sein aktuelles Programm nur „der dritte Teil einer fünfteiligen Trilogie“ sei. Das Publikum in Rheinstetten kann sich also noch auf zwei weitere Auftritte des inhaltlich und musikalisch überzeugenden Künstlers freuen.

 

Han`s Klaffls Abend in Rheinstetten fand unter besonderen Bedingungen statt. Doch er und sein Publikum gingen beide gleichermaßen professionell mit der 2G-Regelung um. Beide waren gleichermaßen froh darüber, dass überhaupt Kabarettveranstaltungen wieder möglich sind und waren deshalb auch gerne dazu bereit, die Beeinträchtigung in Form der Einlassbeschränkungen und der Maskenpflicht während der gesamten Veranstaltung in Kauf zu nehmen.

Viele Gäste - und die positiven Kartenverkaufszahlen scheinen das zu bestätigen - befürworteten auch im direkten Gespräch gegenüber den KiR-Verantwortlichen die Entscheidung für 2G und zeigten sich auch sehr verständnisvoll gegenüber der Notwendigkeit, angesichts der aktuellen Situation die Masken zu tragen. Immer wieder wurde von den Gästen auch Unverständnis gegenüber den Menschen geäußert, die sich ohne Grund einer Impfung verweigern.

Die Bilder des Abends von Franz Gerstner

Neustart der KiR-Bühne mit Philipp Weber geglückt!

Es waren zwar nur 75 Gäste - aber der Neustart der KiR-Bühne nach 20-monatiger Corona-Pause gelang. Das lag auch an Philipp Weber, der mit seinem Programm die Besucherinnen und Besucher begeisterte.

 

Obwohl im Saal Maskenpflicht war, vergaßen fast alle nach wenigen Minuten ihren Mundschutz und gaben sich ganz dem Geschehen auf der Bühne hin. Den Grundtenor des Abends hatte Philipp Weber gleich zu Beginn gesetzt: „Jetzt machen wir 90 Minuten Urlaub von Corona!" - Es gelang hervorragend, obwohl es auch dieses Mal für das Publikum eine Herausforderung war, Philipp Weber auf der Bühne zu erleben, wenn seine Sätze schneller auf die Ohren trafen als diese sie aufnehmen konnten.

 

In seinem neuen Programm setzte sich der Kabarettist aus dem Odenwald mit dem Fortschritt auseinander und der Titel ließ schon erahnen auf welche Art: „KI – Künstliche Idioten“.

Für Weber ist klar, dass nicht alles Neue auch Fortschritt bedeutet und nicht aus jedem Können zwangsweise ein Müssen zu werden hat, denn jede Lösung bringt neue Probleme mit sich. Überall erreichbar zu sein ist für ihn nicht unbedingt anstrebenswert – im Gegenteil: Das Funkloch ist der Schützengraben des digitalen Zeitalters und Laubbläser lassen die Nachtigall mit einem Hörsturz aus jeder Hecke flüchten. Für Philipp Weber steht fest: Je dümmer die Idee desto größer der Erfolg! Am deutlichsten wird das für ihn beim SUV. Warum, so fragt er, braucht man in einer Großstadt wie Frankfurt einen Geländewagen? In seiner Jugend im Odenwald sagte man dazu Traktor und der hatte tatsächlich einen Sinn. „Wenn die Bahn die Hoffnung für den Klimaschutz ist,“ sagt Weber, „ist der Zug bereits abgefahren.“

 

Am Ende der „90 Minuten Urlaub von Corona“ steht nicht Technikfeindlichkeit, sondern Philipp Webers durchaus ernst gemeinte Mahnung: „Der Fortschritt kann die Träume der Menschen erfüllen, aber gebt acht, was ihr träumt!“

Die Bilder des Abends von Christoph Keller