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Wir waren/sind 2026 bei KiR

Erik Lehmann
Christine Eixenberger
Michael Altinger
Claus von Wagner
Wildes Holz
Jochen Malmsheimer
Mathias Tretter

Erik Lehmann auf der KiR-Bühne: Uwe, Schorsch und Frauentausch

Bei seinem Auftritt in Rheinstetten bestätigte sich, was die Presse über seine Wandlungsfähigkeit und seine schauspielerischen Kabinett-Stückchen schreibt: „Erik Lehmann ist herrlich böse, politisch-aktuell, hochintelligent und mutig – aber vor allem richtig witzig.“ 

 

Der gebürtige Leipziger, Kabarettist, Kolumnist und Hobby-Imker stand mit seinem Solo-Bühnenprogramm „Neues aus dem Muttiheft“ bei KiR auf der Bühne. Obwohl 2022 mit dem Stuttgarter Besen ausgezeichnet, ist der Künstler hier im tiefen Südwesten noch eher unbekannt, vollkommen zu unrecht.

 

Erik Lehmann spielte in seinem Programm mit den verschiedenen Dialekten, ob Sächsisch, Bairisch, Österreichisch oder wie ihm die Berliner Schnauze gewachsen ist, er wechselte gekonnt zwischen seinen Figuren und ihren Dialekten. Unterbrochen wurde das Programm immer wieder von seinen Kolumnen, die er gebückt auf seinem Hirschgeweihhocker sitzend zum Besten gab. Dabei lässt Erik Lehmann kein Thema aus: Fußball, der eingefrorene Schnorres eines Biathleten, oder die altarähnliche Aura eines Thermomix. Gekonnt arbeitet der Kabarettist mit der Sprache.

 

Und zwischen den Kolumnen kamen Waldbesitzer Schorsch aus Bayern zu Wort, der seinen Wald attraktiv machen soll und sich dann mit den Stadtkindern und deren Müttern in ihren „paramilitärischen Schulwegpanzern“, kurz SUVs, herumschlagen muss. Oder Günther in Badehose und Bademantel, auch das Auge lacht ja schließlich mit, der bei den Dreharbeiten zum Frauentausch für die Gattin daheim „Spülmaschinentabs“ kaufen muss. Und dann natürlich seine Paradefigur Uwe Wallisch, der Kleingärtner und Militariabastler aus Dresden, der einzige Mensch bei dem die Evolution sagt: „Bingo!“ Egal ob dieser ein vermeintliches U-Boot-Modell kauft oder versucht eine Gartenhortensie in blau zu verkaufen, mit dieser Figur gewann Erik Lehmann sein Publikum. Aber auch ernstere Themen schlägt der Künstler an, wenn er sich mit dem würdigen Ende des Lebens und der Frage eines selbstbestimmten Ablebens beschäftigt. Und selbst hier schafft er es dem ernsten Stoff um Vorsorgevollmacht und - als letzter Ausweg - dem Waffenschein einige Lacher abzuringen.   

 

Und so waren am Ende des Abends beide, Publikum und Künstler, zufrieden. „Das war ein super Abend!“, meinte eine Besucherin beim Rausgehen. „Wow! Das war eine Wucht!“, schrieb Erik Lehmann lobend ins Gästebuch.

Die Bilder des Abends von Wolfgang Lauber